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Präliminarien

Mah Jong wird mit vier Spielern gespielt, es gibt zwar Möglichkeiten, das Spiel auch mit drei oder fünf Spielern zu spielen, doch dies verfälscht den Charakter des Spiels derartig, sodaß hier keine dieser Varianten dargestellt wird. Zentrales Motiv beim Mah Jong bilden die vier Windrichtungen, die sowohl als Spielziegel vorhanden sind als auch von den Spielern repräsentiert werden. Dabei ist zu beachten, daß die Chinesen die Himmelsrichtungen nicht wie wir mit Blick auf die Erde sondern mit Blick zum Himmel bestimmen. Osten und Westen sind daher vertauscht.

Das Spielmaterial

Ein Mahjongspiel besteht aus 144 Ziegeln, Zählstäbchen und vier Würfeln. Manchen Spielen sind auch noch vier Platzsteine beigefügt, die mit den chinesischen Zeichen der Himmelsrichtungen bedruckt sind.
Die Ziegel sind in verschiedene Gruppen eingeteilt. Es gibt drei Farbreihen von 1 bis 9, jeweils in den Farben Lotus, Bambus und Schrift, dann die drei Drachen, den Roten, den Grünen und den Weißen Drachen, der bei manchen Spielen unbedruckt ist und schließlich die vier Winde, Osten, Süden, Westen und Norden. Die Drachen- und Windsteine heißen Trumpfziegel, Bambus, Lotus und Schrift Farbziegel. Die Ziegel Eins und Neun jeder Farbe zählen in der Abrechnung ebenfalls als Trumpfziegel. Jeder Stein existiert viermal.

bambus


Bambus, Lotus und Schriftziegel von eins bis neun


Ostwind, Südwind, Westwind und Nordwind


Roter, Weißer und Grüner Drache

Als Zusatz sind den meisten Spielen noch acht Blumen und Jahreszeitensteine beigefügt, die, wenn man sie verwendet, dem Spiel noch ein zusätzliches Glücksmoment hinzufügen.


Blumen- und Jahreszeitensteine

Die Zählstäbchen tragen verschiedene aufgedruckte Punkte.
Werte der Zählstäbchen

Chinesisch: 2, 10, 100, 500
Westlich: 100, 500, 1000, 4000

Beim Spielen stellt sich meist schnell heraus, welche Lösung praktikabel ist. Die chinesische Zählweise besitzt den Vorteil, daß wirklich jedes Spiel ausgezahlt werden kann, bei westlicher hingegen können Spiele unter 50 Punkten nicht ausgezahlt werden. Natürlich muß das Punktelimit an die Werte der Zählstäbchen angepaßt werden. Wenn nach chinesischer Zählweise jeder Spieler zu Beginn etwa 2000 Punkte hat, würde ein 1000-Punkte Limit die Spieler schnell ruinieren. Wenn viele Verdopplungen und Sonderspiele erlaubt werden, empfiehlt es sich, die westlichen Zählwerte zu verwenden
Die originalen Mahjongwürfel sind kleiner als normale Würfel. Die Eins und die Vier sind rot gefärbt, die übrigen schwarz.

Spielvorbereitung

Die Spieler setzen sich so, daß jeder an einer Seite eines imaginären oder realen Quadrats zu sitzen kommt. Zuerst werden die vorhandenen Zählstäbchen gleichmäßig an alle Spieler verteilt. Anschließend werden die Spielsteine, verdeckt in die Mitte gelegt und von allen Spielern gut durchgemischt. Wenn alle der Meinung sind, daß nun gut gemischt wäre, beginnt jeder an seiner Seite mit dem Bau einer Mauer. Diese Mauer ist, wenn die Blumensteine verwendet werden achtzehn Ziegel lang und zweistöckig. Die Mauerstücke werden dann zu einem Quadrat zusammengeschoben, und zwar so, daß das linke Mauerende innen angebaut wird.

Sitzordnung

Nun wird die eigentliche Sitzverteilung ermittelt. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten, deren Wahl dem Geschmack der Spieler überlassen bleibt, je nachdem, ob sie nun endlich anfangen wollen zu spielen oder sie das Zeremoniell des Mah Jong zu schätzen wissen, das dieses Spiel auszeichnet und in gewisser Hinsicht einzigartig ist.

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SN
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Variante 1: Die Spieler bleiben da sitzen wo sie sich hingesetzt haben. Es wird gewürfelt, und der Spieler mit der höchsten Augenzahl wird Ostwind.
Variante 2: Man benutzt die Platzsteine, jeder setzt sich nach der Himmelsrichtung, die er gezogen hat.
Variante 3: Ein Spieler würfelt mit zwei Würfeln und zählt gegen den Uhrzeigersinn, mit sich beginnend die Spieler ab. Der so ermittelte Spieler wird der vorläufige Ostwind genannt. Nun legt man vier verschiedene Windziegel oder Platzsteine in einer Reihe aus und markiert das rechte Ende mit einem geraden, das linke mit einem ungeraden Farbziegel. Nun würfelt der vorläufige Ostwind wieder und zählt ab. Der so bezeichnete Spieler nimmt jetzt, wenn der Wurf gerade war einen Ziegel vom linken Ende der Reihe, wenn er ungerade war vom rechten Ende. Die anderen Spieler nehmen nun, gegen den Uhrzeigersinn, ebenfalls je einen Windziegel. Die Spieler nehmen nun die Plätze ein nach den auf den Ziegeln dargestellten Windrichtungen.
Der Ostwind hat nun die Aufgabe, die Steine auszuteilen.

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© Elisabeth Bauer & Harold Fellermann Juni 2ooo